Ein Mitarbeiter im mlbricks-Büro sortiert LEGO-Steine an einem Schreibtisch mithilfe eines KI-Würfels, der die Teile automatisch scannt, während ein Kollege daneben steht und den Bildschirm beobachtet.

Künstliche Intelligenz bei mlbricks – Wie ein KI-Würfel Arbeit vereinfacht und neue Zugänge schafft

Künstliche Intelligenz hält Einzug bei mlbricks – und das ist in der Region etwas Besonderes. Als Teil von miteinanderleben gehört mlbricks zu den ersten Inklusionsunternehmen, die KI gezielt einsetzen, um Arbeit einfacher zu machen und Menschen mit Behinderung neue Zugänge zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu eröffnen. Gefördert wird das Projekt durch Aktion Mensch.

mlbricks hat seinen Sitz in Büchenbronn. Dort arbeiten 35 Menschen, die meisten von ihnen mit wesentlicher Beeinträchtigung. Gemeinsam bereiten sie gebrauchte Lego-Steine auf, sortieren sie und bringen sie wieder in den Verkauf. Genau an diesem Punkt setzt der neue KI-Würfel an.

Die KI-Kamerabox unterstützt einen der bislang anspruchsvollsten Arbeitsschritte: das Erfassen und Einbuchen einzelner Lego-Artikel. Ein Teil wird in den Würfel gelegt, gescannt und erscheint direkt mit allen relevanten Informationen auf dem Bildschirm. Die passende Artikelnummer wird automatisch erkannt und kann sofort in die Datenbank übernommen werden. Aufwendiges Suchen, Lupe und tiefes Lego-Fachwissen sind dafür nicht mehr nötig.

Das Ziel ist klar: Technik soll nicht ersetzen, sondern ermöglichen. Aufgaben, die früher nur sehr erfahrene Mitarbeitende übernehmen konnten, werden Schritt für Schritt für mehr Menschen zugänglich. Langfristig sollen dadurch zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Zunächst geht es darum, die Mitarbeitenden, die bereits bei mlbricks arbeiten, behutsam an die neue Technik heranzuführen.

Auch im Team wird der KI-Würfel positiv aufgenommen. „Wenn das System richtig funktioniert, wird es eine enorme Erleichterung“, sagt Gerrit Heidrich. „Die Artikelnummern sind oft winzig oder gar nicht zu finden. Mit der Box geht es deutlich schneller.“ Berührungsängste mit KI hat er keine. „Alles wird digitaler. Ich finde es spannend, mit neuer Technik zu arbeiten.“

Auch Benjamin Klapper sieht die KI als Unterstützung, nicht als Konkurrenz. „Ich habe keine Angst, dass die KI klüger ist als ich. Ich bin ihr überlegen“, sagt er mit einem Lächeln. Noch wird getestet, gelacht und ausprobiert, denn die Technik ist nicht immer perfekt. Genau dafür ist die aktuelle Phase da.

Begleitet wird das Projekt eng durch den Sozialen Dienst. Individuelle Arbeitspläne, persönliche Unterstützung und regelmäßige Gespräche sorgen dafür, dass niemand überfordert wird. Auch die IT ist dauerhaft eingebunden. Niemand arbeitet allein mit der neuen Technik.

Der Nutzen ist auch wirtschaftlich relevant. Aktuell sind rund 1,3 Millionen Lego-Steine im Shop verfügbar, etwa 1,1 Millionen liegen bereits bereit, können aber noch nicht eingebucht werden. Ein größeres Sortiment macht den Shop attraktiver und schafft die Grundlage für neue Arbeitsplätze. Perspektivisch sollen durch den Einsatz der KI fünf bis acht zusätzliche sozialversicherungspflichtige Stellen entstehen.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Im ersten Jahr stehen Technik, Tests und Schulungen im Mittelpunkt. Die Botschaft dahinter ist schon heute klar: Künstliche Intelligenz kann Inklusion fördern – wenn sie gezielt eingesetzt wird, um Arbeit verständlicher und zugänglicher zu machen.

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