Paul geht seinen Weg und miteinanderleben begleitet ihn weiter
Mit einem Abiturdurchschnitt von 1,1 hat Paul Sämann bereits gezeigt, wohin Zielstrebigkeit und die passende Unterstützung führen können. Aufgrund seiner körperlichen Behinderung, Sehbeeinträchtigung und motorischen Einschränkungen wird der 19-Jährige schon seit seiner Grundschulzeit durch eine Schulbegleitung unterstützt. Auch während seiner Zeit am Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker stand ihm eine Schulbegleitung von miteinanderleben zur Seite.
Heute studiert Paul Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und die Begleitung geht weiter: Paul ist der erste junge Mensch, den miteinanderleben nach der Schulbegleitung nun auch im Studium begleitet. Unsere Kollegin Silvia Afschar begleitet ihn durch seinen Hochschulalltag.
Dabei geht es um ganz praktische Dinge: Wie kommt Paul bei einem kurzfristigen Raumwechsel ans Ziel? Was passiert bei einem Feueralarm? Wie lassen sich Barrieren auf dem Campus überwinden? Und wie kann er bei Klausuren oder der Arbeit mit Gesetzestexten die Unterstützung bekommen, die er aufgrund seiner motorischen Einschränkungen benötigt?
„Ich hätte während des Studiums überhaupt keine Zeit, mich auch noch um diese Dinge zu kümmern“, sagt Paul.
Silvia Afschar hält ihm deshalb an vielen Stellen den Rücken frei und sucht gemeinsam mit ihm und der Hochschule nach Lösungen.
Für Paul ist dabei wichtig, dass nicht seine Behinderung im Mittelpunkt steht. Schon aus seiner Schulzeit erinnert er sich gerne daran, dass er nie einen Sonderstatus hatte: „Ich war immer nur Paul und nicht der Mitschüler, der im Rollstuhl sitzt.“
Auch an der Hochschule möchte er vor allem eines: studieren, Erfahrungen sammeln und seinen eigenen Weg gehen. Nach seinem zweiten Semester richtet sich sein Blick bereits auf die nächsten Schritte. Ein vielversprechender Kontakt bei der Firmenkontaktmesse könnte beispielsweise eine Möglichkeit für sein späteres Praxissemester eröffnen.
Pauls Weg zeigt, wie wichtig individuelle Begleitung für echte Teilhabe sein kann und dass Unterstützung nicht mit dem Schulabschluss enden muss.
Wir freuen uns, Paul nun auch auf diesem neuen Abschnitt seines Weges begleiten zu dürfen.